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| So
umsichtig Produktion, Lagerung und Transport gefährlicher Güter
auch gehandhabt werden – Stofffreisetzungen, Unfälle oder gar Störfälle
können sich immer ereignen. In der Verantwortung für Mensch und
Umwelt müssen Feuerwehren, Industrie und Aufsichtsbehörden auf
diesen Ernstfall vorbereitet sein – mit zielgerichteter Gefahrenabwehrplanung,
geschultem Personal und effizienter Informationsverarbeitung.
Zuverlässige und schnelle Diagnosen und Voraussagen über den Verlauf des Ereignisses sind die Voraussetzung für wirksame Gegenmaßnahmen. COMPAS zeigt Ihnen in Echtzeit, welche Gebiete betroffen und welche Entwicklungen zu erwarten sind. Die Ergebnisse sind sofort im Entscheidungsprozeß nutzbar und bieten Ihnen wertvolle Hilfen bei der fundierten und zielgerichteten Information der Öffentlichkeit. Dafür benötigt COMPAS nur ein Minimum an manuellen Eingaben. COMPAS verschafft Ihnen sofort nach Eintreten einer Stofffreisetzung einen Überblick über die aktuelle Situation – auch mit wenig Daten. Wann ist es passiert? Wo ist es passiert? Was ist passiert? Mit COMPAS können Sie diese wichtigen Fragen in der Einstiegsphase schnell und zuverlässig beantworten. Dabei ist COMPAS einfach zu bedienen. Die übersichtliche menügeführte Oberfläche gewährleistet auch in der Hektik des Einsatzes eine sichere Handhabung. Ausbreitungsrechnungen werden alle fünf Minuten automatisch gestartet und laufend mit den eingehenden Meßdaten abgeglichen. COMPAS berechnet bei jedem Rechenschritt automatisch Prognosen über die weitere Entwicklung der Situation. Zusätzlich erlaubt COMPAS eine benutzerdefinierte Prognose. Es können konstante oder sich zeitlich ändernde meteorologische Bedingungen angenommen werden. Auch den Zeitpunkt des Endes der Freisetzung können Sie angeben. Meß- und Rettungstrupps lassen sich kurzfristig zu den kritischen Einsatzorten leiten. COMPAS arbeitet mit standortspezifischen Stofffreisetzungs- und Unfallszenarien und hilft Ihnen so, Gefährdungspotentiale und Schutzmaßnahmen zu bewerten. In einer Datenbank werden alle Fakten zu den relevanten Stoffen, gefährlichen Anlagen und potentiell gefährdeten Objekten gespeichert. Im Ereignisfall haben Sie direkten Zugriff auf diese Daten. COMPAS berechnet mit einem Freisetzungsmodell den zeitlichen Verlauf einer Emission. Grundsätzlich unterscheidet COMPAS zwischen einer schlagartigen und einer kontinuierlichen Freisetzung. Wichtig für die Bestimmung der freigesetzten Stoffmenge sind die Bedingungen, unter denen der Stoff vorliegt. Bei druckgelagertem Flüssiggas berücksichtigt COMPAS, daß ein Teil der Stoffmenge bei der Entspannung auf den Umgebungsdruck unmittelbar verdampft (Flash-Verdampfung). Der verbleibende Rest bildet, wie auch tiefkalt gelagertes Flüssiggas, eine auf Siedetemperatur abgekühlte Lache. Die Verdampfung dieser dann siedenden Flüssigkeit verläuft wesentlich schneller als die allmähliche Verdunstung einer Flüssigkeit. Bei der Freisetzung eines schweren Gases wird der Ausbreitungsmodellierung ein Schwergasmodell nach VDI-Richtlinie vorgeschaltet. Dieses Modell unterstellt zunächst eine Aufweitung der Schwergaswolke oder -fahne in Bodennähe. Erst wenn die Schwergaswolke oder -fahne genügend verdünnt ist, verhält sich der Stoff analog zu einem neutralen Gas und wird mit dem Wind abtransportiert. Das Schwergasmodell wurde für das Ausblasen eines schweren Gases aus einem Behälter um ein Schwergasstrahlenmodell erweitert. Jede Änderung der Angaben zum Freisetzungsverhalten, also z.B. die Änderung der Behältergröße oder des Stoffes, führt automatisch zu einer Neuberechnung der freigesetzten Menge. Die Bestimmung der Quellstärke bleibt auch bei Verarbeitung möglichst vieler Daten und der Verwendung von umfangreichen Freisetzungsmodellen eine der größten Unsicherheiten bei der Einschätzung der Gefahren durch unvorhergesehene Freisetzungen von giftigen Stoffen. COMPAS hilft Ihnen, diese Unsicherheiten zu verringern, indem aktuelle Immissionsmessungen aus dem betroffenen Gebiet in das System eingegeben und verarbeitet werden. COMPAS nutzt die Konzentrationsmessungen, um die Quellstärke, die vom Freisetzungsmodell berechnet wurde, zu korrigieren. Dies geschieht automatisch und unmittelbar beim nächsten Rechenschritt. Für die Berechnung der Ausbreitung von Schadstoffen sind das Windfeld und die Ausbreitungsbedingungen neben der Quellstärke von wesentlicher Bedeutung. Diese wichtigen Daten sollten schnell und fehlerfrei für die Modellierung zur Verfügung stehen. Daher ist COMPAS auf die Online-Erfassung von meteorologischen Daten – auch von mehreren Stationen – ausgelegt. Sie können die Daten aber auch manuell eingeben. COMPAS wählt automatisch die meteorologische Station, die dem Ereignisort am nächsten ist. Bei der Ausbaustufe 1 können Sie sogar die Daten mehrerer oder aller Stationen für die Bestimmung eines inhomogenen Windfeldes verwenden. COMPAS ist in einer Grundversion und in zwei verschiedenen Ausbaustufen verfügbar. Alle Versionen von COMPAS berücksichtigen die Freisetzungsmodellierung, die Einbindung von Immissionsmessungen, die Quelltermrückrechnung, die Schwergasmodellierung und die On-line-Verarbeitung der meteorologischen Meßdaten. Die Versionen unterscheiden sich bei der Modellierung der Ausbreitung. Verschiedene Ausbaustufen von COMPAS können innerhalb eines Systems installiert werden. Zum Beispiel kann für die Gefahrenabwehrplanung die Ausbaustufe 2 genutzt werden und für den Einsatz die COMPAS-Grundversion. Die COMPAS-Grundversion verwendet zur Berechnung der Ausbreitung ein Gauß-Wolkenmodell nach VDI-Richtlinie 3945, Bl. 1. Hierbei wird die innerhalb eines bestimmten Zeitraums freigesetzte Schadstoffmenge als eine einzelne Wolke betrachtet, die mit dem Wind transportiert und durch die Turbulenz der Atmosphäre größer wird. Bei der Grundversion geht man von einem horizontal homogenen Windfeld über ebenem Gelände aus. Bei der Ausbaustufe 1 wird ebenfalls ein Gauß-Wolkenmodell verwendet. Es können jedoch auch räumlich inhomogene Windfelder verwendet werden. Die Ausbaustufe 1 ist besonders geeignet für Standorte in komplexem Gelände. Die Ausbaustufe 2 berücksichtigt den Einfluß von Gebäuden und des Geländes. Bei komplexer und dichter Bebauung, z.B. in Innenstädten, wird der Transport von Schadstoffen im Nahbereich der Quelle stark von Gebäuden beeinflußt. Um den Einfluß der Gebäude bei der Ausbreitung geeignet modellieren zu können, wird das Lagrangesche Partikelmodell genutzt. Hierbei wird der freigesetzte Schadstoff durch eine Vielzahl von Partikeln repräsentiert. Ein hoher Ausbildungsstand ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz von Kräften der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes. Im Betriebsmodus ’Personalschulung‘ machen Sie sich mit allen Funktionen des Systems vertraut – und zwar unter realen Bedingungen. Das Auswerten von realen Ereignissen und von durchgeführten Übungen ist genauso wichtig wie ein hoher Ausbildungsstand und ständige Einsatzübungen. Sowohl im Modus ’Einsatz‘ als auch im Modus ‘Personalschulung' wird eine Dokumentation erstellt. Die Dokumentation können Sie jederzeit, d.h. während des Einsatzes oder später, ausdrucken und auswerten. Während eines Ereignisses können Sie jederzeit den Bildschirminhalt ausdrucken. Auch andere Ergebnisse können Sie jederzeit ausdrucken. Die Dokumentation ist Basis für eine ’Rekonstruktion‘. In diesem Betriebsmodus analysieren Sie ein reales Ereignis in aller Ruhe, d.h. ohne Zeitdruck. Außerdem können Sie in diesem Betriebsmodus den Verlauf eines Ereignisses unter Annahme hypothetischer Ereignisse oder Daten ablaufen lassen. Die Bearbeitung von Wenn-Dann-Fragen wird ermöglicht. Mit COMPAS lassen sich Karten im Bitmap- oder im Vektorformat darstellen. Das COMPAS-System arbeitet auf handelsüblichen PCs unter dem Betriebssystem Windows NT. Als Ausstattung eines solchen PCs genügt der heute übliche Standard. COMPAS
arbeitet mobil in einem Meßfahrzeug oder stationär angebunden
an eine Leitzentrale. COMPAS ist flexibel und wird für die ortsspezifische
Situation konfiguriert. Das modulare Softwarekonzept wird schnell und kostengünstig
an zukünftige Entwicklungen angepaßt.
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